gemeinsam
Schweizerische Interessengemeinschaft der regionalen Gruppen von Stomaträgern - DE
Communauté suisse d'interérêt des groupes régionaux de personnes stomisées - FR
Gruppo d'interesse svizzero delle sezioni regionali di portatori di stomia - IT
WAS IST EIN STOMA

 

Was bedeutet Stoma?

Das Wort Stoma kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Mund oder Öffnung. Im strengen Sinn des Wortes müsste man darunter die Öffnung in unserem Gesicht, also unserem Mund, verstehen. In der Medizin aber wird mit Stoma eine künstliche, operativ hergestellte Öffnung eines Hohlorgans bezeichnet.

Es geht um einen künstlichen Ausgang
Man unterscheidet dabei drei Formen:
1. das Ileostoma, der künstliche Dünndarmausgang
2. das Colostoma, der künstliche Dickdarmausgang
3. das Urostoma, der künstliche Blasenausgang
 
Bildquelle Copyright © 2000 Julius Ecke, München
 
Bei den künstlichen Darmausgängen wird ein Darmstück zur Ausleitung der Ausscheidungen auf unterschiedliche Weise durch die Bauchdecke nach aussen geführt. Dieser Ausgang ist als eine rote schmerzunempfindliche Schleimhautrosette am Körper sichtbar – sofern man diese Hautstelle des Patienten einmal zu Gesicht bekommt.

Unser Verdauungssystem

Beim gesunden Menschen gelangt die Nahrung vom Mund durch die Speiseröhre in den Magen. Nach dem Verdauungsvorgang in diesem Organ entnimmt unser Körper dem Speisebrei zuerst im Dünndarm und anschliessend im Dickdarm die lebenswichtigen Nährstoffe und Flüssigkeiten. Im untersten Teil des Dickdarms, dem Mastdarm, wird dem Brei viel Wasser entzogen. Dort entsteht nach und nach der feste Stuhl, der dann schubweise ausgeschieden wird.

Ein defektes Organ

Nun kommt es immer wieder vor, dass besonders im letzten Teil des Verdauungstrakts Defekte auftreten, die den ganzen Ablauf des Systems in Frage stellen. Würde man hier keine «Reparatur» vornehmen, wäre ein Weiterleben in Frage gestellt.

Vielleicht kennen Sie die Porzellantasse mit dem angeleimten Henkel oder das Buch mit dem geklebten Rücken. Warum repariert man diese Gegenstände? Nun, sie sind uns zu bedeutungsvoll, als das wir sie wegwerfen würden. Wir hängen an ihnen und wir lieben sie. Wenn man das Stoma aus diesem Blickwinkel betrachtet, ist es ein erträglicher Defekt, mit dem man durchaus in Zufriedenheit leben kann – sofern man ihn aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet.

Versehrtheit

Versehrt zu sein ist aber trotz allem ein Zustand, auf den sich ein Patient einstellen muss. Für manche kostet es viel Zeit und Kraft, um damit fertig zu werden. In den meisten Fällen werden aber mit dem Stoma verschiedene krankheitsbedingte Beschwerden verringert und das Weiterleben erleichtert. Menschen können über Jahrzehnte mit einem Stoma leben, und durch medizinische Fortschritte hat dieses Leben sogar an Komfort gewonnen. Wenn möglich, wird ein Stoma nur für eine begrenzte Zeit angelegt (zirka drei Monate), um bestimmte Abschnitte des Darms zu entlasten, damit sie sich regenerieren können.
Bei chronisch entzündlichen Krankheiten (Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa) kann jedoch die Anlage eines definitiven Stomas unumgänglich sein.
Ein Stoma wird nach Möglichkeit für den Patienten gut sichtbar und nicht in einer Hautfalte angebracht, damit die spätere Pflege leicht fällt. Es darf beim Stehen, Liegen und Sitzen nicht stören.

Auffangsysteme

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einteiligen und zweiteiligen Systemen. Bei den einteiligen Systemen bildet der Beutel mit der Haftfläche eine Einheit. Beim Wechsel wird die gesamte Einheit entfernt und eine neue auf die gereinigte trockene Haut aufgesetzt. Bei zweiteiligen Systemen verbleibt die Hautschutzplatte mit dem Rastring am Körper. Der Beutel wird von ihr getrennt und ein neuer daran befestigt.
Da die Beutel über einen integrierten Aktiv-Kohlefilter verfügen, entsteht durch die Darmgase keine Geruchsbelästigung. Sie werden je nach Bedarf ein- bis zweimal täglich gewechselt. Mit Vorteil geschieht das im Badezimmer, der Patient ist aber grundsätzlich nicht an einen festen Ort gebunden, sondern kann auch auf Reisen prob­lemlos sein Geschäft erledigen. Natürlich muss er das nötige Material mitnehmen.

Offenheit

Wichtig ist, dass ein Patient offen über seine Krankheit reden kann. Das beugt Missverständnissen vor. Selbstverständlich bestimmt der Patient, mit wem er über seinen Defekt reden will, aber es lohnt sich nicht, aus falscher Scham heraus zu schweigen. In der Regel ist auch eine Rückkehr an den gewohnten Arbeitsplatz möglich, denn ein Stoma macht nicht arbeitsunfähig.

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